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Luftverbundüberprüfung zur Vermeidung von Kohlenmonoxid-Unfällen

In der Vergangenheit kam es in Wiener Haushalten immer wieder zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen mit teilweise tödlichem Ausgang. Um diese Gefahr endlich in den Griff zu bekommen, entwickelte die Stadt Wien gemeinsam mit Sachverständigen und den Wiener Rauchfangkehrern eine ganz spezifische Methode, um die ausreichende Verbrennungsluftzuführung zu überprüfen. Seit Oktober 2012 sind nun die Wiener Rauchfangkehrer per Gesetz dazu beauftragt, im Zuge der Hauptkehrung diese Überprüfung durchzuführen. Die eindrucksvolle Bilanz seither: 75 % weniger Verunglückte durch Kohlenmonoxid-Vergiftung im Vergleich zu den Vorjahren! 

Wichtig: der Nachweis von ausreichend Verbrennungsluft

Mit 27.10.2012 trat die Gesetzesnovelle zum Wiener Feuerpolizei-, Luftreinhalte- und Klimaanlagengesetz in Kraft, in der nun – unter anderem – einmal im Jahr die Überprüfung der ausreichenden Verbrennungsluftzuführung vorgeschrieben ist.

Die verschiedenen Überprüfungsmethoden sind in der ÖVGW Richtlinie G 12 festgelegt. Die einfachste, schnellste und daher kostengünstigste Methode ist die Ermittlung der Luftzahl.

Dabei wird die Menge der einströmenden Verbrennungsluft kontrolliert. Mit der Methode wird nicht nur die ausreichende Luftzuführung sichergestellt, sondern auch die Feuerstätte  bezüglich ihres CO – Ausstoßes überprüft. Bei Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte kann Abhilfe geschaffen werden (z.B. Durchführen eines Services). Was wiederum die Schadstoffemissionen senkt und Heizkosten spart.

Nur die regelmäßige Überprüfung gibt Sicherheit

Die regelmäßige und sehr kostengünstige Überprüfung durch den Rauchfangkehrer hat sich in der Praxis auch insoweit bewährt, da immer wieder von Kunden Veränderungen am Luftverbund vorgenommen werden, z.B. durch Verkleben von Zuluft-Elementen, Abdichten von Fenstern und Türen, Montagen von elektrischen Ventilatoren im Bad und WC bzw. von Dunstabzugshauben in der Küche und Aufstellung von mobilen Klimageräten im Sommer.

Seit Ende Oktober 2012 wird die Überprüfung nun in sämtlichen Wohnungen mit raumluftabhängigen Gasfeuerstätten (Bauart B11) durchgeführt. Diese Bauart ist das klassische und am weitesten verbreitete Gasgerät (atmosphärischer Brenner, ohne Überdruck) mit Strömungssicherung. Insgesamt wurden bereits hunderttausende Wohnungen überprüft. Bei 3% der Anlagen wurde ein Luftverbundmangel festgestellt, der großteils mit einfachen Mitteln (z.B. Entfernen von Tür- oder Fensterdichtungen bzw. Abklemmen von Ventilatoren) behoben werden konnte.

Bei insgesamt 8% der Anlagen wurde ein erhöhter Kohlenmonoxidwert (CO) – und somit ein verschmutztes Gerät – festgestellt. Bei 3% der Anlagen war der Wert so hoch, dass die Geräte sofort gesperrt werden mussten, obwohl eine gültige Prüfplakette vorhanden war!

Durch den fachgerechten Einsatz der Wiener Rauchfangkehrer wurden viele Gasfeuerstätten, die im Sommer potentielle Kohlenmonoxid-Unfälle verursacht hätten, rechtzeitig gewartet. So wurden statistisch um 18% weniger Kohlenmonoxid-Unfälle sowie um 75% weniger Kohlenmonoxid-Verünglückte als in den vergangenen Jahren gezählt!

Die jährlich zu erfolgende Luftverbundüberprüfung wird im Zuge der Hauptkehrung  durchgeführt. Bei nachträglichen Änderungen, die den Luftverbund beinträchtigen können (z. B. neue Fenster, Teppichboden) ist eine neuerliche Überprüfung notwendig.

Nähere Informationen zum Thema finden Sie unter "Links" im Informationsblatt zur Überprüfung der ausreichenden Verbrennungsluftzufuhr.